Keine Technik kann den Spürhund schlagen
Diesen interessanten Artikel aus der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) vom 11.07.05 möchte ich nutzen, um mit dem Irrglauben aufzuräumen, dass Hunde - wie auch alle anderen Tiere - rational denken und handeln können. Der Spürhund ist ein gutes Beispiel dafür.

Alle Tiere sind instinktgesteuert. In erster Linie trachten sie nach Selbsterhaltung (Fressen) und zweitens nach Fortpflanzung. Die Reihenfolge kann sich nach der Geschlechtsreife vielleicht auch umkehren (in der Brunftzeit). Unser Hund, vor tausenden von Jahren domestiziert, hat diese Verhaltensweise aus der Zeit seines Urzustandes – des Wolfes – bis heute nicht verlernt. Nicht domestizierte Tiere wie - „Gott sei Dank“ - der heute wieder vermehrt auftretende Wolf und bei unseren heimischen Wildtieren gehört zur Selbsterhaltung auch die natürliche Furcht vor Gefahren. Das macht sich selbst der Imker zu Nutze, in dem er mit einer Rauchpfeife Qualm erzeugt und täuscht damit den Bienen einen Wald- oder Heidebrand vor. Instinktmäßig ziehen sich die Bienen in ihr Bienenhaus zurück. Angst vor uns Menschen braucht unser Hund natürlich nicht zu haben. Das hat die Domestikation bewirkt. Aber strategisches Denken und Handeln hat er nicht gelernt. Die einzige Strategie, die man bei Wildtieren beobachten kann, ist, dass ein Rudel Wölfe ein Beutetier von seinem Rudel strategisch abtrennt, um es dann gemeinsam zur Strecke zu bringen. Wenn eine Spinne ihr Netz spannt, damit sich ihre Beute darin verfängt, so macht sie das instinktmäßig und nicht, weil sich vielleicht ihre Gedankengänge zu dieser Methode veranlasst hätten.
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Das unser Hund uns beschützt ist eine Eigenschaft, die aus seinem Rudelverhalten von seinen Vorfahren stammt. Jedes Rudelmitglied schützt seines Gleichen vor Gefahren. Wir Menschen, die wir mit einem Hund zusammen leben, sind auch ein Rudelmitglied, vielleicht sogar der Rudelführer. Wenn er bellt, weil sich jemand an unserem Haus zu schaffen macht, so will er seine Höhle verteidigen. Der Hüte- und Hirtenhund bewacht eigentlich nur seine Beute, die er im Grunde zum Fressen gern hat. Da er aber sein Fressen von seinem Rudelführer, dem Schäfer bekommt, verschont er seine Herde. Aber wehe, es nähert sich ein potentieller Feind der Herde, der könnte ihm ja sein Fressen streitig machen. Eigentlich ist es immer wieder der Beutetrieb, den sich der Mensch zu Nutze macht, wie z.B. auch der Jäger. Nur zur letzten Konsequenz, dass der Hund sich wie sein Vorfahr ernähren muss, lässt es der Mensch nicht kommen. Wenn wir oft über das Fernsehprogramm schimpfen, weil so häufig Wiederholungen gesendet werden, so kann ich die recht zahlreichen Tier- und Naturfilme nicht oft genug sehen. Da erleben wir, wie die Tierkinder miteinander spielen. Sie vertreiben sich die Zeit damit und nutzen das Spiel, um Geschicklichkeit für ihre spätere Jagd auf Beute zu lernen. Das Muttertier oder auch beide Eltern sind auf Jagd und sind nach getaner Arbeit müde, spielen also eher seltener mit. Auch unsere Hunde haben einen angeborenen Spieltrieb, der eine mehr und der andere weniger. Dieses macht sich der Mensch wiederum zu Nutze und damit wären wir beim Thema Spürhund. Nicht jeder Hund eignet sich dafür, er muss schon sehr gern spielen wollen und das kann man fördern, wieder über den Beutetrieb. (Der Spieltrieb ist ja nur eine Vorstufe zum Beute machen beim jungen Tier.) |
Nun kommt der sehr ausgeprägte Geruchssinn des Hundes ins Spiel. (Den braucht er auch zum ausfindig machen seiner Beute!) Das Riechzentrum eines Hundes ist etwa vierzigmal größer als das des Menschen. Außerdem hat der Hund ein bedeutend größeres Riechhirn. Auf der Riechschleimhaut des Hundes befinden sich ca. 220 Millionen Riechzellen, beim Menschen nur ca. 5 Millionen. Nun erinnern Sie sich an den Artikel. Zigarettengeruch bedeutet für den Hund Spielzeug und wiederum Beute (Fressen). Die Belohnung erfolgt sofort, er hat also sein Erfolgserlebnis. Zigarettengeruch bedeutet Spiel, ja Fressen. Genau so geschieht es mit den Rauschgifthunden etc..
Fazit: Alles, was unser Hund, unser treuer Freund, für uns macht ist reiner Eigennutz. Wir nutzen seine angeborene Gabe, lenken sie lediglich in geschickter Weise um. Logisches Denken kann man von einem Tier nicht erwarten. Was ein Tier dem Menschen im Zirkus vormacht ist reine Dressur. Oft hört man Menschen sagen, mein Hund versteht jedes Wort. Das gibt es nicht. Er versteht nur immer wiederkehrende Worte, die mit einem positiven oder negativen Erlebnis für den Hund verbunden sind. (Positive und negative Motivation!)